Frankonia: die Geschichte des größten deutschen Jagdversandhandels und seine heutige Rolle als Arbeitgeber
Foto: Daniel Seßler.
Wenn man in Deutschland einen Jäger fragt, woher er seine erste komplette Jagdausrüstung hat, lautet die Antwort in vielen Fällen Frankonia. Das Haus ist über mehr als 117 Jahre zur festen Adresse für Jäger, Sportschützen und Outdoor-Interessierte geworden, und seine Geschichte gibt einen guten Einblick in die Entwicklung der deutschen Jagdwirtschaft als Ganzes. Wer sich heute bei Frankonia bewirbt, sollte wissen, dass er bei einem Haus mit dichter Tradition und gleichzeitig breiter heutiger Struktur einsteigt.
1908 in Eichfeld: Deutsche Patronen-Centrale
Die Gründungsgeschichte ist konkret. Am 4. April 1908 wurde im Firmenbuch des Königlichen Amtsgerichts Volkach die "Deutsche Patronen-Centrale 'Frankonia' Eichfeld (Bayern) Bernreuther & Co." eingetragen. Der 27-jährige Kaufmann Nikolaus Hofmann gründete den Betrieb in Eichfeld im Landkreis Kitzingen, einem fränkischen Ort, der dem Unternehmen seinen Namen gab.
Damit ist Frankonia einer der ältesten noch aktiven Akteure des deutschen Jagdfachhandels. 2008 hat das Unternehmen sein hundertjähriges Jubiläum gefeiert, eine Marke, die in der mitteleuropäischen Jagdbranche kaum ein anderer Versandhändler erreicht hat.
1919: Umzug nach Würzburg
Am 30. Juni 1919 verlegte das Unternehmen seinen Sitz von Eichfeld nach Würzburg in die Randersackerer Straße 3. Würzburg wurde damit zum operativen Zentrum von Frankonia und blieb es über die folgenden Jahrzehnte. Die fränkische Identität der Marke hat sich aus diesem Standort heraus entwickelt und prägt das Selbstverständnis des Hauses bis heute.
Würzburg als Standort war strategisch günstig gewählt: zentral in Süddeutschland gelegen, mit guter Bahnanbindung in alle Himmelsrichtungen, in einer Region mit einer großen Jagd-, Forst- und Outdoor-Tradition. Diese Verankerung hat über mehr als hundert Jahre dazu beigetragen, dass die Marke Frankonia in der süddeutschen Jagdwelt besonders fest etabliert ist.
1961: das Haus der Jäger in Darmstadt
Lange war Frankonia ein klassischer Versandhandel. 1961 änderte sich das mit der Eröffnung der ersten Filiale, dem "Haus der Jäger" in Darmstadt. Damit begann der zweite große Strang der Unternehmensgeschichte: der stationäre Fachhandel mit eigenen Häusern, in denen Kunden die volle Produktwelt sehen, anfassen, ausprobieren konnten.
Dieser Filial-Aufbau setzte sich über die folgenden Jahrzehnte fort. Heute betreibt Frankonia 25 Filialen in Deutschland, dazu zwei Filialen in Frankreich. Das macht das Unternehmen zu einem der größten stationären Jagdfachhändler im deutschsprachigen Raum, ergänzt um einen starken Versand-Kanal.
2007: Eingliederung in die Otto Group
Am 1. April 2007 wurde Frankonia eine direkte Tochter der Otto Group, eines der größten deutschen Versandhandels-Konzerne mit internationaler Aufstellung. Diese Eingliederung gab dem Haus Zugang zu Logistik-, IT- und Vertriebsinfrastruktur, die für ein Familienunternehmen alleine kaum zu finanzieren gewesen wäre.
Die Otto-Group-Anbindung hat Frankonia in der Folge erlaubt, in den E-Commerce und in die digitalen Vertriebskanäle zu investieren. Heute ist frankonia.de eine der wichtigsten Adressen für den Online-Versand von Jagdausrüstung, Jagdbekleidung, Schießsport-Bedarf und Outdoor-Produkten im deutschsprachigen Raum.
2023: Flagship-Store in Rottendorf und Frankonia Academy
2023 verlegte Frankonia seinen Würzburger Filial-Standort nach Rottendorf bei Würzburg und eröffnete dort einen Flagship-Store mit einer angeschlossenen Frankonia Academy. Damit hat das Unternehmen ein eigenes Bildungszentrum etabliert, das Kunden Schulungen, Schießtraining, Fachvorträge und ähnliche Programme anbietet.
Diese Erweiterung ist ein Beispiel dafür, wie sich der Jagdfachhandel insgesamt entwickelt: weg vom reinen Produktverkauf hin zu einem Erlebnis- und Bildungsangebot, das die Kundenbindung über das einzelne Kaufgeschäft hinaus aufbaut. Für die Mitarbeiter bedeutet das neue Berufsfelder, die in einem reinen Versandbetrieb nicht existieren würden.
Eigene Marken: Parforce und mehr
Frankonia entwickelt seit Jahrzehnten eigene Marken, die im Versandhandel und in den Filialen vertrieben werden. Die bekannteste ist Parforce, eine Marke für robuste Jagdbekleidung und Ausrüstung mit klarem Preis-Leistungs-Profil. Parforce hat sich seit 1978 zu einer der etablierten Marken im deutschen Jagdmarkt entwickelt.
Die Eigenmarken-Strategie ist für Frankonia ein wichtiges Geschäftsfeld und für Mitarbeiter ein interessanter Karriere-Anker. Wer im Produktmanagement, Einkauf, Marketing oder Vertrieb bei einer Eigenmarke arbeitet, hat Verantwortung über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Konzeption bis zum Verkauf, und ist nicht nur Zwischenhändler.
Was Frankonia heute als Arbeitgeber ausmacht
Aus der Geschichte ergibt sich ein heutiges Profil als Arbeitgeber, das in mehrere Berufsfelder verzweigt.
Im Versand- und Logistik-Bereich gibt es Stellen in Logistikmanagement, Lagerlogistik, Bestandssteuerung, Versandprozessen und Kundenservice. Diese Bereiche sind durch die Otto-Group-Anbindung professionell ausgestattet.
Im E-Commerce und im digitalen Geschäft sind Stellen in Online-Marketing, SEO, Performance Marketing, Content-Erstellung, Produktmanagement, IT-Entwicklung und Datenanalyse angesiedelt. Hier wächst das Berufsbild-Spektrum besonders dynamisch.
In den 25 Filialen in Deutschland und zwei in Frankreich gibt es Stellen im Fachhandel-Verkauf, in der Beratung, im Service, im Schießstand-Betrieb und in der Filialleitung. Wer eine klassische Fachhandels-Karriere sucht, findet bei Frankonia geografisch breit verteilte Möglichkeiten.
In der Produktentwicklung der Eigenmarken (vor allem Parforce) gibt es Stellen in Design, Materialentwicklung, Sourcing und Qualitätssicherung. Diese Bereiche sind häufig zentral in Süddeutschland angesiedelt.
In der Frankonia Academy in Rottendorf sind Bildungs- und Veranstaltungsstellen entstanden, die in einem klassischen Handelsbetrieb nicht vorhanden waren.
Was Bewerber wissen sollten
Wer sich auf eine Stelle bei Frankonia bewirbt, kommt in ein Haus mit einer langen, jagdlich tief verankerten Tradition und gleichzeitig in einen modernen Handelskonzern mit professioneller Infrastruktur. Diese Mischung ist im deutschen Jagdfachhandel besonders.
Im Vorstellungsgespräch lohnt es sich, beide Welten zu kennen. Wer die Geschichte von 1908, die fränkische Identität, das Haus der Jäger in Darmstadt und die Eigenmarke Parforce erwähnen kann, signalisiert Branchenverständnis. Wer gleichzeitig nach der Otto-Group-Anbindung, den E-Commerce-Strukturen und der Frankonia Academy fragt, zeigt, dass er das Haus in seiner heutigen Aufstellung verstanden hat.
Eine Position
Frankonia ist ein Beispiel dafür, wie sich ein traditionsreicher Familienbetrieb des deutschen Jagdfachhandels über mehr als ein Jahrhundert weiterentwickelt hat, ohne seine Marken-Identität zu verlieren. Die Anbindung an einen großen Versandhandels-Konzern hat dem Haus erlaubt, die Anforderungen des modernen Mehrkanal-Handels zu meistern, ohne die fachliche Tiefe und die regionale Verankerung aufzugeben.
Für Bewerberinnen und Bewerber, die in den deutschen Jagdfachhandel wollen, ist Frankonia eine der prägenden Adressen. Wer dort einsteigt, lernt ein Geschäftsmodell, das im deutschen Markt nahezu einzigartig ist, und hat Zugang zu Karriere-Pfaden, die vom klassischen Filialgeschäft bis zum digitalen E-Commerce reichen.
Aktuelle Stellen bei Frankonia und anderen Jagdfachhändlern findest du auf Jagdjobs.de.