Von Jena nach Wetzlar: Wie aus der Carl-Zeiss-Werkstatt die Jagdoptik des Hauses entstand
Foto: Rowan Heuvel.
Carl Zeiss ist in der Jagdbranche ein Name mit klangvoller Tradition. Wer in einer Optik-Sparte des Unternehmens arbeitet oder dort eine Stelle anstrebt, bewirbt sich bei einem Haus, dessen optische Tradition bis 1846 zurückreicht und das im Bereich der Jagd-, Sport- und Beobachtungsoptik eine eigene, parallel zu Jena verlaufende Geschichte hat. Wer diese Geschichte kennt, geht informierter ins Bewerbungsgespräch und versteht die Marken-Erzählung, die in jeder Stellenausschreibung mitschwingt.
1846 in Jena: die Werkstatt von Carl Zeiß
Am 17. November 1846 eröffnete der Mechaniker Carl Zeiß in der Neugasse 7 in Jena eine feinmechanisch-optische Werkstatt. Zunächst war das Geschäft klein, eine Werkstatt für optische und feinmechanische Instrumente. Schon nach wenigen Jahren spezialisierte sich Carl Zeiß auf die Herstellung von Mikroskopen, ein Produktfeld, das ihn in die wissenschaftliche Welt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte und in dem das Haus weltberühmt wurde.
Die wissenschaftliche Substanz dieser frühen Mikroskop-Arbeit bildete das Fundament für alle späteren Produktfelder der Carl-Zeiss-Stiftung. Wer heute bei Zeiss in der Optik-Entwicklung arbeitet, knüpft an eine Tradition optischer Präzisionsfertigung an, die seit fast 180 Jahren ununterbrochen weiterentwickelt wird.
Hensoldt in Wetzlar: die parallele Wurzel der Jagdoptik
Die Geschichte der Jagdoptik des Hauses verläuft über einen anderen Strang. Sie beginnt mit dem Mechaniker Moritz Hensoldt, der Mitte des 19. Jahrhunderts ein eigenes feinmechanisch-optisches Unternehmen gegründet hat. Ende 1865 zog sein Betrieb nach Wetzlar, in das damals aufblühende Zentrum der deutschen Feinoptik in Mittelhessen. Hensoldt entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der führenden Hersteller von Ferngläsern, Spektiven und Zielfernrohren in Deutschland.
Im Jahr 1928 erwarb die Carl-Zeiss-Stiftung das Unternehmen Hensoldt. Damit kamen die jagd- und sportoptischen Kompetenzen von Wetzlar unter das Dach der Stiftung in Jena, ohne dass der Standort Wetzlar aufgegeben worden wäre. Die produktiven Wurzeln blieben in Mittelhessen, die unternehmerische und wissenschaftliche Anbindung ging in das Carl-Zeiss-Netzwerk.
Wetzlar bleibt die Heimat der Sport-Optik
Bis heute werden die Zielfernrohre, Ferngläser und Spektive für die Jagd-, Sport- und Beobachtungsoptik des Hauses in Wetzlar produziert. Das Unternehmen wird unter dem Namen Carl Zeiss Sports Optics GmbH geführt und ist organisatorisch eine eigene Tochter innerhalb der Carl-Zeiss-Gruppe. Die Markentradition der Wetzlarer Optik, die noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein unter dem Hensoldt-Namen lief, ist heute Teil der Zeiss-Markenwelt.
Wer als Bewerber bei Carl Zeiss Sports Optics in Wetzlar einsteigt, kommt damit in ein Haus mit zwei Traditionssträngen: die wissenschaftliche und optisch-präzise Tradition aus Jena und die handwerklich-feinoptische Tradition aus Wetzlar. Beide ergänzen sich in der heutigen Produkt- und Markenphilosophie.
Mittelhessen als optisches Cluster
Wetzlar ist nicht nur für Carl Zeiss Sports Optics interessant, sondern als Standort für ein ganzes optisches Cluster. Leica Camera AG, die schon im 19. Jahrhundert in Wetzlar aktiv war, und mehrere mittelständische Optik-Hersteller machen die Region zu einem der bedeutendsten Zentren der deutschen und europäischen Feinoptik. Wer im optischen Bereich Karriere machen will, findet in Wetzlar und Umgebung eine hohe Dichte an spezialisierten Arbeitgebern, Fachkräften und Zulieferern.
Diese Cluster-Wirkung ist für Bewerber praktisch bedeutsam: wer in Wetzlar arbeitet und nach einigen Jahren intern oder lateral wechseln will, hat oft sichtbare Optionen im selben geografischen Umkreis. Die Personalfluktuation zwischen den Häusern ist in der Optik-Branche, anders als in vielen anderen Industrien, nicht selten und gilt nicht als Karriere-Bruch.
Was die Konzern-Struktur für Bewerber bedeutet
Die Carl Zeiss AG ist über die Carl-Zeiss-Stiftung verbunden, ein Stiftungsmodell, das auf Ernst Abbe zurückgeht und das Unternehmen seit 1889 trägt. Das Stiftungsmodell hat Einfluss auf die Unternehmenskultur: langfristige Investitionen, ausgeprägte Forschungs-Orientierung, soziale Verantwortung und eine Personalstrategie, die auf Kontinuität setzt.
Carl Zeiss Sports Optics als Tochter dieser Struktur profitiert von dieser Tradition. Bewerber, die hier einsteigen, finden eine Personalentwicklungskultur, die in der Optik-Branche zu den stabileren gehört. Trainee-Programme, interne Aufstiegswege und langfristige Karriere-Pfade gehören zum Modell.
In den letzten Jahren hat Carl Zeiss Sports Optics, wie viele Wettbewerber in der Optikbranche, eigene Akzente in Wärmebild und digitalen Optik-Lösungen gesetzt. Damit sind neue Berufsfelder in der Produktentwicklung, in der Softwaretechnik und im technischen Vertrieb entstanden, die zur klassischen feinoptischen Tradition hinzukommen.
Welche Berufsbilder das Haus heute anbietet
Wer auf Stellen bei Carl Zeiss Sports Optics in Wetzlar schaut, findet ein breites Spektrum an Berufsfeldern. Klassische Bereiche wie Feinoptik-Fertigung, Optik-Montage, Qualitätssicherung und Glasveredelung sind weiterhin zentrale Säulen der Belegschaft. Daneben sind Produktentwicklung, Konstruktion, Mechatronik und Softwareentwicklung wichtige Felder, in denen das Haus in den letzten Jahren ausgebaut hat.
Im kaufmännischen und marktorientierten Bereich finden sich Stellen in Marketing, internationalem Vertrieb, Produktmanagement und Service. Wer aus dem Außendienst kommt oder dorthin will, kann bei Zeiss Sports Optics auf strukturierte Karriere-Pfade bauen, die regelmäßig in den Fachmedien (Pirsch, DJZ, Wild und Hund) berichtet werden.
Für Bewerber aus angrenzenden Bereichen (Photonik, Sensorik, Embedded Systems) hat das Haus in den letzten Jahren sichtbare Stellen ausgeschrieben, weil die digitale Optik-Welt zunehmend Kompetenzen aus diesen Disziplinen verlangt.
Eine Position
Wer eine Karriere in der deutschen Jagdoptik plant und Carl Zeiss Sports Optics auf der Liste hat, sollte die Doppel-Tradition des Hauses kennen: Jena als wissenschaftliche Wurzel, Wetzlar als feinoptisches Zentrum. Im Bewerbungsgespräch zeigt sich an Kleinigkeiten, ob jemand diese Geschichte versteht. Wer von "Zeiss in Jena" spricht, hat einen Bezug zur Mikroskopie und Wissenschaft. Wer "Zeiss in Wetzlar" erwähnt, signalisiert Vertrautheit mit der jagdlich-sportlichen Welt des Hauses.
Beide Welten sind wertgeschätzt, aber sie sprechen unterschiedliche Sprachen. Wer im Gespräch zeigt, dass er die Verbindung der beiden Traditionen verstanden hat, kommt ein Stück weiter als jemand, der die Marken-Erzählung nur oberflächlich gestreift hat. Drei Stunden Lese-Zeit in den öffentlichen Geschichtsmaterialien des Hauses sind im Vorstellungsgespräch sofort hörbar.
Aktuelle Stellen in der Jagdoptik und bei optischen Herstellern findest du auf Jagdjobs.de.