Forstwirt: Ausbildung, Gehalt nach Tarif und Aufstieg
Forstwirtinnen und Forstwirte pflanzen, pflegen, ernten und schützen den Wald. Es ist der Beruf mit den meisten Stellen in unserem Index, und einer der wenigen Handwerksberufe, bei denen der Arbeitsplatz jeden Tag ein anderer ist. Wer die Ausbildung beginnt, sollte Motorsäge, Wetter und Frühschicht nicht scheuen.
Die Ausbildung
Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Ausbilder sind vor allem die Landesforsten, der Bundesforst, Kommunalwälder und größere Privatforstbetriebe. Die Berufsschule läuft im Blockunterricht an forstlichen Bildungszentren, die praktischen Lehrgänge an den Waldarbeitsschulen der Länder. Voraussetzung ist in der Regel ein Hauptschul- oder Realschulabschluss, wichtiger sind Fitness und Technikverständnis.
Die Vergütung richtet sich bei öffentlichen Arbeitgebern nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Stand 2026 rund 1.300 Euro im ersten und etwa 1.400 Euro im dritten Lehrjahr. Private Betriebe zahlen meist in derselben Größenordnung.
Das Gehalt nach der Ausbildung
Forstwirte im Landesdienst werden nach TV-L bezahlt, bei Kommunen und Bund nach TVöD. Berufseinsteiger landen in Entgeltgruppe 5 oder 6, das sind 2026 rund 2.900 bis 3.300 Euro brutto im Monat, mit Erfahrungsstufen steigt es auf etwa 3.600 bis 3.900 Euro. Dazu kommen Jahressonderzahlung, betriebliche Altersvorsorge über die VBL und Erschwerniszuschläge für Motorsägenarbeit.
In Bayern gilt für die Bayerischen Staatsforsten ein eigener Haustarif, in Niedersachsen, Hessen und anderen Ländern der Tarifvertrag Forst mit Leistungslohn für die Holzernte. Private Forstunternehmer zahlen oft nach Leistung, was in guten Jahren mehr, in schlechten weniger einbringt.
Forstwirtschaftsmeister verdienen als Vorarbeiter oder Ausbilder in Entgeltgruppe 8 bis 9, also rund 3.800 bis 4.600 Euro. Wer die Meisterprüfung macht, hat auch den Zugang zu Fachschulen und über die Technikerausbildung zum Forsttechniker.
Wer einstellt
Die Landesforsten sind die größten Arbeitgeber: Bayerische Staatsforsten, ForstBW, Niedersächsische Landesforsten, HessenForst, Landesbetrieb Forst Brandenburg, Sachsenforst, ThüringenForst, Wald und Holz NRW und Landesforsten Rheinland-Pfalz schreiben jedes Jahr Dutzende Forstwirtstellen aus, dazu der Bundesforst. Kommunen mit eigenem Forstbetrieb und Stiftungen wie die Klosterkammer Hannover folgen. Private Forstunternehmen suchen Forstwirte für Holzernte und Dienstleistung, oft mit Montage.
Ungewöhnlich, aber real: Die Deutsche Bahn stellt Forstwirte als Vegetationspfleger für die Bahnstrecken ein, mit Tarif und Dienstfahrzeug. Diese Stellen tauchen regelmäßig in unserem Index auf.
Aufstieg und Alternativen
Nach einigen Jahren Praxis führt der Weg zum Forstwirtschaftsmeister, zum Forsttechniker oder über die Fachhochschulreife zum Forstingenieurstudium und damit in den gehobenen Dienst als Revierleiter. Wer lieber Maschinen fährt, wird Forstmaschinenführer am Harvester oder Forwarder, ein eigener Markt mit eigenem Gehaltsniveau.
Für Jägerinnen und Jäger ist der Forstwirt der direkteste Einstieg in die Branche: Fast alle Arbeitgeber haben Eigenjagd, viele vergeben Jagderlaubnisscheine an ihre Mitarbeiter. Die aktuellen Stellen stehen in der Rubrik Forst auf Jagdjobs, die Ausbildungsplätze unter Ausbildung.