Förster und Revierleiter: Studium, Laufbahn, Gehalt
Der Förster ist das Bild, das die meisten vom Wald haben: ein Revier, ein Hund, ein Dienstwagen. Die Realität heißt Revierleiter, und sie besteht aus Hiebsplanung, Holzverkauf, Verkehrssicherung, Waldumbau und Bürgergesprächen. Wer das mag, hat einen der sichersten und abwechslungsreichsten Berufe der Branche.
Der Weg ins Revier
Die klassische Laufbahn führt über ein Bachelorstudium Forstwirtschaft oder Forstingenieurwesen an einer Fachhochschule: Rottenburg, Weihenstephan, Göttingen (HAWK), Eberswalde, Erfurt oder Van Hall Larenstein in den Niederlanden. Danach folgt bei den Landesforsten der Vorbereitungsdienst für den gehobenen Forstdienst, meist ein Jahr als Forstinspektoranwärter, abgeschlossen mit der Laufbahnprüfung.
Wer den höheren Dienst anstrebt, braucht einen Master in Forstwissenschaften, etwa in Göttingen, Freiburg, München oder Dresden-Tharandt, plus Referendariat. Das ist der Weg zum Forstamtsleiter.
Das Gehalt
Im Landesdienst werden Revierleiter überwiegend verbeamtet, mit Besoldung nach A9 bis A12. Stand 2026 bedeutet das etwa 3.300 Euro brutto als Berufseinsteiger in A9 und bis rund 5.200 Euro in A12 mit Erfahrung, je nach Bundesland unterschiedlich. Dazu kommen Beihilfe statt Krankenkasse, Pension statt Rente und oft ein Dienstfahrzeug. Wer tariflich angestellt wird, landet in Entgeltgruppe 9 bis 11 des TV-L, also 3.700 bis 5.000 Euro.
Die Verbeamtung wird seltener. Mehrere Länder stellen neue Revierleiter nur noch angestellt ein, Bayern und Baden-Württemberg verbeamten weiterhin. Das ist bei der Wahl des Arbeitgebers ein echter Unterschied, besonders bei der Altersversorgung.
Im Privatwald und bei Forstbetriebsgemeinschaften ist die Spanne größer. Revierleiter in großen Privatforstbetrieben verdienen 4.000 bis 6.000 Euro, dazu meist Dienstwohnung und Jagd. Forstliche Sachverständige und Berater bei Forstunternehmen, Zertifizierern und Holzindustrie liegen ähnlich, ohne Revier.
Wer einstellt
Landesforsten und Kommunalwälder bleiben die größten Arbeitgeber, mit Ausschreibungen das ganze Jahr über. Die Niedersächsischen Landesforsten, ForstBW, HessenForst und die Bayerischen Staatsforsten stellen jedes Jahr Anwärter ein. Private Forstbetriebe, Stiftungen, Kirchen und Adelshäuser suchen Revierleiter mit Erfahrung, oft mit der Erwartung, auch die Jagd zu organisieren. Dazu kommen Stellen in Nationalparks, bei Forstbetriebsgemeinschaften und in der Holzindustrie.
Die Jagd gehört dazu
Für Revierleiter ist der Jagdschein keine Option, sondern Pflicht. Die Regiejagd im Staatswald liegt in ihrer Hand, mit Abschussplan, Drückjagdorganisation und Gästeführung. Wer die Verbindung aus Waldbau und Jagd sucht, findet im gehobenen Forstdienst den Beruf, in dem beides zusammenläuft. Die offenen Stellen zeigt die Rubrik Forst, die Führungsstellen stehen unter Senior.